Zugegeben, wir auch nicht.
Ich wusste gar nicht dass es so etwas gibt. Mad Pride Parade – davon hatte ich bisher nie gehört.

Dann kam eine Anfrage der Veranstalter. Sie wollten dieses Jahr auch vor allem die Autisten mit einbinden. Und ob ich mir wohl vorstellen könne als Autist teilzunehmen und auch ein Interview geben könne.

Okay – also ich sage ja meistens erst einmal „Ja“. Ich weiß selbst nicht warum. Dann erst kommen die Bedenken.

Nachdem ich also im Internet einige Videos fand, zu den vorherigen Mad Pride Veranstaltungen, dachte ich: „Was hat mich denn da wieder geritten?“ Das ist nämlich so ziemlich das Letzte, was sich Autisten freiwillig geben würden. Jedenfalls wenn es Autisten sind, die wie ich, extrem sensorisch ausgestattet sind. Und das sind sehr, sehr viele meiner Mitbetroffenen.

Ich hatte aber „ja“ gesagt.

Verdammt – Was ein Scheiß!

„Die sind wohl verrückt!“

War denen denn gar nicht klar, dass wenn sie Autisten mit einbinden wollen, dass die völlig andere Rahmenbedingungen brauchen, um sowas überhaupt bewältigen zu können? Andere Teilnehmer mit Behinderungen sehen vielleicht nichts, oder hören nichts. Wir aber sehen zu viel, hören zu viel und nehmen alles viel intensiver wahr.

Nun gut – ich hatte „ja “ gesagt und Rahmenbdingungen vorher gar nicht besprochen.

Ich bin ein Bilderdenker.

Wenn ich „Rahmenbedingungen“ denke, denke ich, dass ich einen Rahmen brauche. Einen Rahmen, der mich schützt. Der eine Grenze darstellt, zwischen mir und allem was feindlich, riskant und gefährlich sein kann.

„Ja, das ist es!“ – Wenn ich schon teilnehme, dann eben IN einem passenden Rahmen.
So ist das.

Natürlich kann ich nicht allein.
Ich brauche MITbetroffene an meiner Seite. Die das MIT-tragen – den Rahmen und damit auch mich.
So ist das.

 

 

Und dann waren sofort einige bereit und ich konnte die Sache vorbereiten. 
Und wir haben das hinbekommen. Wir haben das durchgestanden und außerdem – sind wir vielleicht alle daran ein Stück wieder gewachsen – ich weiß es nicht sicher – aber ich glaube schon.

Auf jeden Fall haben wir dort viele liebe Menschen getroffen und wenn ich auch mehr als 14 Tage brauchte, um mich davon restlos zu erholen – ich bin sehr glücklich das gemacht zu haben, Bedingungen gestellt zu haben, die uns sofort alle ermöglicht wurden.

Und wer weiß…

vielleicht sind wir ja nächstes Jahr wieder dabei. Wer weiß das schon?

 

 

 „hier“ 

das Interview für den Kölner Stadt-Anzeiger

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