Apis mellifica

Die Honigbiene;
wird häufig in den Potenzen D6, D12,
C30 und C200 verwendet.
Ab D3 nicht mehr verschreibungspflichtig

 

Für viele homöopathische Mittel gilt, dass sie eingesetzt werden können in Akutsituationen, sowie auch als Konstitutionsmittel.  An der Mittelbeschreibung von Apis mellifica lässt sich sehr gut erklären, wie Zusammenhänge zu bestimmten Konstitutionstypen erstellt werden. Der typische Apis-mellifica-Mensch ähnelt von seinem Naturell her einer fleißigen Honigbiene.

Apis mellifica wird nicht wie häufig angenommen, aus dem Gift der Biene hergestellt. Verwendet wird das gesamte Insekt. Einschließlich der Drüsen aller Sekrete, des Stachels und gegebenenfalls der anhängenden Pollen oder Verunreinigungen.

Ob letzteres problematisch sein könnte, ist zu diskutieren.

Die Honigbiene bildet Staaten und lebt in sehr geordneten sozialen Bezügen. Jede Biene durchläuft in ihrem Leben verschiedene Positionen und übernimmt dadurch viele Aufgaben. Die jungen Bienen helfen beim Putzen und anschließend beim Füttern der frisch geschlüpften Jungbienen. Sie holen Wasser und als Sammlerinnen holen sie Pollen ein. Sie sind wahre Baumeister und schließlich auch kampfbereite selbst aufopfernde Wächter. Nach all der Emsigkeit und Geschäftigkeit, haben sich sich nach wenigen Wochen derart verausgabt, dass sie sterben. Zusammengefasst könnte man sagen, sie sind wahre Workaholics.

Hier kann man schon den ersten Bezug zwischen Substanz und Wirkung erkennen.

Apis mellifica Menschen sind “fleißig wie die Bienen” und dauernd beschäftigt.

Ihre Emsigkeit lässt sie selten zur Ruhe kommen. Ihre Gedanken kreisen auch vor dem Einschlafen oft stundenlang und die nächsten Tätigkeiten der kommenden Tage.

Sie können zum Einen echte Organisationstalente sein, zum Anderen verzetteln sie sich aber durchaus und ergeben sich stundenlanger Planungen und Grübeleien. Sie wissen oft vor Tatendrang nicht wo sie beginnen sollen und scheitern oft daran, dass sie dann ein Vorhaben gar nicht erst in die Tat umsetzen.

Apis-mellifica-Menschen benötigen unbedingt ihre sozialen Bezüge. Sie sind Familienmenschen und neigen dazu sich stark aufzuopfern. Es ist ihnen die Gemeinschaft immer wichtiger als der Einzelne und die eigene Person. In der Gemeinschaft verteidigen sie gerne ihre Position und machen sich unabkömmlich. So erhalten und sichern sie sich dort unbewusst die nötige Stabilität.

Nur wer im Bienenstaat von Nutzen ist, darf bleiben und ist ein Teil vom Ganzen.  Drohnen, die männlichen und stachellosen Bienen, haben nach der Begattung ausgedient und gelten als Ballast. Sie werden nach dem Hochzeitsflug nicht mehr in den Bienenstock hineingelassen und verhungern somit bald.
Wie eine Biene ohne Staat nicht leben kann, empfindet der Apis-Mensch ohne Gemeinschaft keinen Sinn seines Daseins.
Apis-mellifica-Menschen können eigene körperliche Befindlichkeiten sehr schlecht selbst erkennen. Mitunter erkennen Sie Krankheiten oder nötige Pausen nicht, bzw leugnen krank zu sein oder Schmerzen zu haben. Der Apis-Mensch könnte unbeobachtet also durchaus Schmerzen zeigen. Wenn er bemerkt dass man ihm zusieht, verzieht er keine Miene.
Dem Apis-Mensch sieht man seine Not nicht an. Gegebenenfalls übernimmt er sich in seiner Aufopferung derart, dass er psychisch und physisch zusammenbricht.
Apis-Menschen brechen manchmal in schallendes Gelächter aus, wenn Ihnen zum Heulen zumute ist. Sie können umgekehrt vor Freude weinen.
Als weiteres Anzeichen wurde beobachtet, dass Apis-mellifica-Menschen häufig Gegenstände fallen lassen.

 

Apis mellifica als Akutmittel…
findet immer dann Einsatz, wenn es sich um plötzlich einsetzende brennende, juckende und stechende Schwellungen handelt. Darum wird es üblicherweise auch als Notfallmittel gegen jegliche Insektenstiche eingesetzt.
Bei allen histaminvermittelten Schwellungen, wie z. B. Allergien, Nesselfieber (Quincke-Ödem) aber auch bei Sonnenbrand ist das Mittel angezeigt. Die Patienten zeigen Unruhe und möchten Abkühlung.
Wärme verschlechtert ihr Befinden, sowie auch eventuelle ödematöse, rot entzündliche Schwellungen.

Des Weiteren findet Apis mellifica Anwendung bei:

  • Geschwollene Augenlider und Entzündung der Bindehaut
  • Stechende Schmerzen beim Schlucken und Schwellungen der Tonsillen,
  • Stechende Schmerzen bei Mittelohrentzündung,
  • Stechende brennende Schmerzen beim Wasserlassen mit ständigem Harndrang.
  • Hitzewallungen, auch im Klimakterium
  • Rheumatische Beschwerden, vor allem wenn sie mit geschwollenen Gelenken einhergehen
  • Splitterverletzungen
  • Stichwunden
  • Rote, schmerzhafte Schwellungen nach Impfungen

Apis-mellifica-Menschen verlangen nach Abkühlung, haben jedoch häufig kein Durstempfinden. Wenn durstig, trinken sie am liebsten kalte Milch.

Nächtliches Schreien bei Kindern, die nach dem Aufwachen unruhig sind, nicht berührt werden wollen und nach kalter Milch verlangen.

 

Quellen:

Michael Helfferich, “Heilen mit Homöopathie”
Homöopathisches Repetitorium der DHU
Gerhard Bleuel, “Homöopathische Hausapotheke“

 

Regine Winkelmann

Heilpraktikerin und Leiterin der Schule, Autismusberatung und Öffentlichkeitsarbeit

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