Keine Angst vor einem Neustart

Der Entschluss eine Heilpraktikerausbildung zu beginnen reift oft schon mehrere Jahre in einem. Doch immer kommt etwas dazwischen. Die Arbeit, die Kinder, der Umzug…
Dann fragt man sich irgendwann: “Kann ich überhaupt noch lernen und mir so viel Stoff aneignen, dass ich meinen Traum jemals verwirklichen werde?“
Zu alt zum Lernen? Das Gerücht hält sich hartnäckig.

Man ist nie zu alt zum Lernen. Vor allem dann nicht, wenn es sich um eine Sache handelt, die man unbedingt möchte. Und wer sich schon lange mit dem Wunsch beschäftigt, sein Interesse und seine Leidenschaft zum Beruf zu machen, dem rate ich, „Los, worauf wartest du? Fang an. Nicht irgendwie, sondern mit System. Ein strukturierter Aufbau und eine gute Anleitung, wohl portioniert aber stetig, führt Dich zum Ziel. Du bestimmst wann du zur Überprüfung gehst. Du bestimmst dein eigenes Tempo.

Lernen kann man überall. Ebenso wie man den Vorsatz fast, sich mehr im Alltag zu bewegen. Auch das kann man überall in die Tat umsetzen. Und wenn man die Treppen eben mehrmals hinauf und hinunter geht. So ist auch das Lernen eine Form von Training – es hält uns fit und macht unser Gehirn beweglicher. Nicht nur neues Wissen erlangst du, sondern darüberhinaus wirst du mit der Zeit feststellen, dass du ganz andere Problemlösungsstrategien entwickelt hast, durch die so manche Alltagssorgen, sich von einer völlig anderen Seite betrachten lassen.

Ob abends auf dem Balkon oder während einer langweiligen Zugfahrt, einfach Ohrstöpsel rein, die anderen Dinge ausblenden und dann beschäftigt man sich mit dem, was man immer schon gerne wollte.

Eine kurze Wiederholung der neulich gelernten anatomischen Strukturen der Gefäße. Das ist gedanklich wie einem Straßennetz folgen. Da kann man sogar den Stau auf der Autobahn nutzen, um sich kurz selbst zu überprüfen. „Kann ich es noch“? Wie war das noch gleich? Das Blut gelangt über die obere und untere Hohlvene in den rechten Vorhof des Herzens …“ Dafür braucht man kein Buch, nicht einmal seine Mitschriften. Denn es ist ja einiges bereits im Kopf. Und das gilt es Abzurufen. Je öfter, desto leichter. Je leichter , desto mehr macht sich das Gehirn bereit wieder Neues zu speichern.

Es ist nicht nur die Aussicht auf einen wirklich schönen Beruf. Es ist auch der Weg dahin, der sich lohnt. Das ist unser Weg. Wir haben keinen Druck mehr. Wir sind keinem Rechenschaft schuldig. Es macht einfach Spaß sich mit

Gleichgesinnten auf dem Weg zu machen, Neues zu wagen und sich in engagierte Gespräche zu verlieren. Es macht Spaß, sich neuen Herausforderungen zu stellen und fest zu stellen, was alles doch geht.
Was alles drin ist, wenn man kontinuierlich und stetig den Kopf beschäftigt. Es ist wie beim Sport, es ist ein Langstreckenlauf. Manchmal muss man sich schon auch durchbeißen. Doch wie unsere Muskulatur, durch Training an Dicke und Kontraktilität zu nehmen, aus einem Stubenhocker ein Marathonläufer werden kann, ist unser Gehirn in der Lage, die kleinen neuronalen Fäserchen durch stetiges Lernen zu einer beachtlichen Datenbank auszubauen.

Das setzt Endorphine frei – unser Belohnungssystem wird aktiviert. Das ist es, weshalb wir eine Sache gerne tun, wenn wir sie wirklich tun.

Regine Winkelmann

Heilpraktikerin und Leiterin der Schule, Autismusberatung und Öffentlichkeitsarbeit

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