Die Heilpraktikerschule Sprockhövel begrüßt die neuen bundesweiten Überprüfungsrichtlinien für Anwärterinnen und Anwärter der Heilpraktikerprüfung:

Seit dem 22.März 2018 sind die neuen Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärterinnen und –anwärtern (folgend gemeinsam als HPA bezeichnet) nach §2des Heilpraktikergesetzes in Verbindung mit §2 Absatz 1 Buchstabe i der Ersten Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergestz in Kraft. Die Leitlinien wurden unter Beteiligung der Länder vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) entwickelt.

Den Hintergrund der Festschreibung neuer Überprüfungsrichtlinien bildet die Forderung nach mehr Patientensicherheit der Gesundheitsministerkonferenz vom Juni 2016. Die Konferenz stellte fest, dass die Anforderungen an die Erlaubniserteilung nach bestehendem Recht keinen ausreichenden Patientenschutz bieten. Neue Leitlinien sollen dieser Forderung Rechnung tragen. In der Präambel der neuen Heilpraktikerüberprüfungsrichtlinien ist dies explizit festgeschrieben. Dort heißt es wörtlich:“ Die bis heute andauernden Diskussionen über den Heilpraktikerberuf, die sich immer auch mit den Grenzen der Tätigkeit von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern befassen, haben den Gesetzgeber veranlasst, eine Weiterentwicklung der oben genannten Leitlinien vorzuschreiben, die stärker als bisher auf eine bundesweit einheitliche Heilpraktikerüberprüfung abzielt und dabei den Schutz der einzelnen Patientin oder des einzelnen Patienten deutlicher als bisher in den Blick rückt.“

Zur Umsetzung dieser Ziele enthalten die neuen Richtlinien Vorgaben zur formellen und inhaltlichen Gestaltung der Überprüfung der HAP.

Die Heilpraktikerschule Sprockhövel begrüßt die rechtliche Anpassung in vollem Umfang, die neben einer gerechteren, bundesweit vergleichbaren Überprüfung v.a. zu einer gesteigerten Qualität der HP-Prüfungen beitragen wird. Den neuen Prüfungsanforderungen und –inhalten tragen wir durch Anpassung und Ausgestaltung unserer Unterrichtsinhalte Rechnung.

Die inhaltliche Gestaltung der Überprüfung geht mit Anwendung der neuen Richtlinien ein weites Stück über die bisherigen rein schulmedizinischen Inhalte, einschließlich der für den HP bisher relevanten Gesetze hinaus.

Zu den neuen und zusätzlichen Prüfungsinhalten gehören v.a.:

  1. Kenntnisse der Fachterminologie

Dies kann bedeuten, dass auch wenig geläufige medizinische Fachbegriffe in schriftlichen Überprüfungen nicht mehr übersetzt werden. Mit dieser Forderung soll eine gesicherte fachbezogene Verständigung mit allen Berufsgruppen und Institutionen des Gesundheitswesens gewährleistet werden.

  1. Kenntnisse rechtlicher Rahmenbedingungen
  • Ausgestaltung unseres Gesundheitssystems
  • Haftungsrechtliche Verantwortlichkeiten des HP
  • Patientenrechtegesetz (PRG)
  1. Medizinische Kenntnisse zu akuten und chronischen Schmerzzuständen
  2. Kenntnisse über die Bedeutung und Anwendung von Qualitätsmanagement und Dokumentation im Praxisalltag
  3. Prüfung, ob der HPA auf Basis der gestellten Diagnose einen Behandlungsvorschlag herleiten kann, der keine Gefährdung für die Patientengesundheit erwarten lässt.
  4. Überprüfung invasiver Behandlungstherapien

Beinhaltet der Behandlungsvorschlag die Anwendung einer invasiven Maßnahme wie z.B. Akupunktur, muss der HPA darstellen können, dass er diese Therapie ohne Gefährdung der Gesundheit des Patienten anwenden kann.

Die neuen Prüfungsrichtlinien unterstützen die Philosophie der Heilpraktikerschule Sprockhövel. Mit ihnen werden bundesweit einheitliche, vergleichbare Prüfungen mit gesteigertem Qualitätsniveau möglich.

Selbstverständlich richten wir unseren Unterrichtsaufbau und die Unterrichtsinhalten an den bestehenden neuen Richtlinien aus.

Zudem bilden die neuen Richtlinien einen Beitrag zu höherem Schutz des einzelnen Patienten und tragen dazu bei, dass der großen Verantwortung, die die Ausübung des Heilpraktikerberufes mit sich bringt, Rechnung getragen wird.

In diesem Sinne hoffen wir Dozenten, dass unsere Schüler und alle HPA die Richtlinien als Chance auf ihrem Ausbildungsweg ergreifen und sich ihrer Verantwortung v.a. auch im Hinblick auf ihre Therapiefreiheit bewusst sind.

Die neuen Richtlinien ermöglichen den HPA in kommenden Prüfungen den Prüfern zu zeigen, dass sie auf Grundlage ihrer medizinischen Kenntnisse in der Lage sind, verantwortungsvoll zu handeln und keine Maßnahmen anwenden, die die Patientensicherheit gefährden. Dieser Chance sollte man sich bewusst sein und diese nutzen.

 

Sabine Kost, Dozentin der Heilpraktikerschule Sprockhövel

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